Imkern ist in Deutschland weit verbreitet und spielt nicht nur für die Honigproduktion, sondern auch für die biologische Vielfalt und Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Die aktuellen Zahlen zeigen: Die Imkerei ist lebendig und wächst trotz Herausforderungen. Ein Großteil der Imker betreibt die Bienenhaltung als Hobby oder Nebenerwerb – kommerzielle Imkereien sind dagegen selten.
1. Anzahl der Imker und Bienenstöcke
- In Deutschland gibt es aktuell etwa 143.000 Imkerinnen und Imker, die rund 964.000 Bienenvölker halten. (Landwirtschaft)
- Die Zahl der Imker ist seit einigen Jahren gestiegen und gehört zu den höchsten in Europa. (CBI)
- Durchschnittlich hält jeder Imker etwa 6,7 Bienenvölker – weit unter dem EU‑Durchschnitt von etwa 29 Völkern pro Imker. (Wissenschaft)
Diese Zahlen zeigen, dass Imkerei in Deutschland überwiegend als Hobby oder Nebenerwerb ausgeübt wird. Nur ein sehr kleiner Anteil (weniger als 1 %) betreibt Imkerei hauptberuflich. (CBI)
2. Honigproduktion und Verbrauch
- Deutschland ist mit rund 34.100 Tonnen Honig (2022) einer der größten Honigproduzenten Europas. (CBI)
- Trotzdem deckt die inländische Produktion nur etwa 37 % des Verbrauchs – der Rest wird importiert. (Landwirtschaft)
- Pro Kopf werden in Deutschland etwa 0,8 – 1 kg Honig pro Jahr verzehrt, was eine hohe Nachfrage widerspiegelt. (CBI)
3. Entwicklung der Imkerei
Die Zahl der Imker ist in den letzten Jahren gewachsen – zwischen 2019 und 2022 wurde beispielsweise ein Anstieg von etwa 16 % dokumentiert. (CBI)
Das zeigt, dass nicht nur die Anzahl der Bienenvölker, sondern auch das Interesse am Imkern in Deutschland zunimmt, sei es als Freizeitbeschäftigung oder aus ökologischem Engagement heraus.
4. Regionale Unterschiede
Regionale Schwankungen spielen eine große Rolle:
- In südlichen Bundesländern wie Bayern, Baden‑Württemberg und Württemberg ist die Dichte an Imkern und Bienenvölkern traditionell höher. (Wissenschaft)
- In nord‑ostdeutschen Regionen wie Mecklenburg‑Vorpommern oder Brandenburg sind die Bienenvölker pro Imker oft größer, allerdings gibt es dort insgesamt weniger Imker. (Wissenschaft)
5. Bedeutung für Umwelt und Landwirtschaft
Die Imkerei leistet einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung von Wild‑ und Nutzpflanzen. Der ökologische Wert der Bienenhaltung geht weit über die Honigproduktion hinaus – sie sichert Erträge in der Landwirtschaft und unterstützt die Biodiversität.
Zusammenfassung der wichtigsten Zahlen
| Kennzahl | Wert (Deutschland) |
|---|---|
| Imkerinnen & Imker | ca. 143.000 (Landwirtschaft) |
| Bienenvölker insgesamt | ca. 964.000 (Landwirtschaft) |
| Durchschnittliche Völker pro Imker | etwa 6,7 (Wissenschaft) |
| Honigproduktion (2022) | ca. 34.100 t (CBI) |
| Anteil am Inlandverbrauch | ca. 37 % (Landwirtschaft) |
| Hobby/Teilzeit Imkerei | > 99 % Hobby/Nebenerwerb (CBI) |
Fazit
Die Imkerei in Deutschland ist ein lebendiges, wachsendes Feld mit deutlich über 140.000 aktiven Imkern und fast einer Million Bienenvölkern. Obwohl die Produktion einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit Honig leistet, reicht sie nicht aus, um den ganzen Bedarf zu decken, weswegen Deutschland auf Importe angewiesen ist. Die Mehrheit der Imker betreibt die Bienenhaltung aus Leidenschaft oder als Nebenerwerb – nur sehr wenige sind hauptberuflich tätig. (Landwirtschaft)